Nach einer langen Reise
NACH EINER LANGEN REISE
Ich setze mich auf den Balkon und schaue in die Nacht.
Meine Mutter sagte mir, dass es sich nicht lohnt,
deprimiert zu sein.
Beweg dich, tu etwas, schrie sie mich an.
Aber ich war nie sehr begabt, glücklich zu sein.
Meine Mutter und ich waren verschieden,
und es gelang uns nie, einander zu verstehen.
Es gibt jedoch etwas, das ich erzählen möchte:
manchmal, wenn ich sie sehr vermisse,
öffne ich den Schrank in dem ihre Kleider sind,
und als ob sie an einem Ort angekommen wäre
nach einer langen Reise,
setze ich mich hinein.
Es scheint absurd: aber in der Dunkelheit und bei diesem Geruch
Habe ich die Sicherheit, dass uns nichts voneinander trennt.
FABIÁN CASAS, Argentinien, 1965
Übersetzung Germain Droogenbroodt – Wolfgang Klinck



