Ein alter Lotussamen und ein Ge-Kiln-Porzellangefäß
EIN ALTER LOTUS-SAMEN UND EIN GE-KILN PORZELLANGEFÄSS
Präludium
Eine uralte Idee, wie ein uralter Lotussamen
der seit Tausenden von Jahren in der Erde verborgen ist.
Plötzlich, aber sanft erweckt durch kühles fließendes Wasser,
sprießt eine schüchterne, zarte Knospe.
Ach, durch die Wechselfälle der Erde
siehst du so vertraut und doch so fremd aus.
In dem Moment, wo die abgefallenen Blätter und Blüten vom Winde verweht werden
treibt mit dem Strom ein neues Leben heran.
Dasselbe Gesicht, dieselben Gesichtszüge
alles unverändert seit jener Zeit vor Tausenden von Jahren.
Was sich in modische Kleidung hüllt
ist das noch nicht entwickelte Skelett des Körpers.
In den Knospen und zwischen den Stängeln und Blättern,
glitzern die Tautropfen wie in jenen Tagen.
Die Menge treibt und läuft im Wind,
und im Regen schütteln die Pflanzen ihre Köpfe und winken.
Hat sich an der Welt etwas verändert? Folgen alle lebenden Wesen
im Himmel und auf der Erde noch den alten Wegen?
ZHAO LIHONG, China
Übersetzung Germain Droogenbroodt – Wolfgang Klinck



