Eine Sekunde
EINE SEKUNDE
Meine Hände sind kalt.
Ich bin auf die Straße gegangen,
habe die entsprechende, banale Sache geklärt,
und bin nach Hause zurückgekehrt, um meinen Platz
an diesem Tisch wieder einzunehmen.
Dann entdeckte ich
die Kälte meiner Hände,
ein Zeichen
das mich vielleicht zu Unrecht beunruhigt,
denn es macht wenig aus, kalte Hände zu haben.
Dieser kalte November
sitzt in meinen Händen, nichts anderes.
Ich bin es:
ich sehe die schlichte griechische Vase
und den üblichen Abend um mich herum.
Aber es ist ungewöhnlich für mich, Hände zu haben.
In einer flüchtigen Sekunde haben meine Gedanken
den so unausweichlichen Nebel gesehen,
das graue beschriebene Blatt
wo der Name, den ich habe, durchgestrichen wäre
mit der froststarren Tinte des Endes.
Antonio Cabrera, Spanien (1958 – 2019)
Übersetzung Germain Droogenbroodt – Wolfgang Klinck



