Die zerbrechliche Leichtigkeit des Kalenders
DIE ZERBRECHLICHE LEICHTIGKEIT DES KALENDERS
Wenn ich zwischen der Ewigkeit und dir wählen müsste,
würde ich keine Sekunde mit der Antwort zögern.
Ich würde den Weg wählen, den deine Schritte zeichnen
auf dem Sand unseres Strandes
und der mit jedem Wind, der dein Gesicht streichelt
dein unehrliches Lächeln betäubt.
Wenn ich wählen muss, du weißt es genau,
bleibe ich mit aufrührerischen Lippen
die deinen Körper für einen Augenblick streifen
und sich verlieren im flüchtigen Vergnügen
wie die vom Wasser gezüchtigten Steine.
Wenn ich wählen muss
bleibe ich mit dem Zittern deiner Haut,
während wir Abends eindämmern
und die Nacht das Gewissen auslöscht
auf der müden Brüstung dieses neuen Mondes.
Wenn ich wählen muss, ohne einen Zweifel,
werde ich bei deinen Tagen bleiben,
die ihre zerbrechliche Leichtigkeit des Kalenders nicht verleugnen.
Ramón Martínez lópez, Spanien (1975)
Übersetzung Germain Droogenbroodt – Wolfgang Klinck



