Ein Kind
EIN KIND
Verirrt auf dem Platz der Folterungen
beugt ein Kind sich über den Brunnen
wo Tränen und Sehnsüchte fließen.
Es ist durch Jahrhunderte von Kriegen gegangen,
erschöpft vom Lauf durch Wunden zur Weisheit,
von der Weisheit zum Wüten des Lebens.
Es hat die Augen auf das Herz gerichtet,
diese Augen, die die Kreise des Vertrauens zerstören,
der Debattierer des Blutes
Es kommt von jener Linie der weißen Morgendämmerung
hinter dem Wald
wo der Baum den Himmel zur Legende macht.
In der Mitte des Platzes, ausstaffiert als Fest
hat das Kind den Hinterhalt
der Zerstörer der Zukunft nicht bemerkt,
es beugt sich vornüber, angezogen
vom reinen Wasser mit seinem Durst.
Vielleicht würde es fallen
wenn nicht eine Geste die Brüchigkeit
seines Weges verschleiern würde.
Philippe Tancelin, Frankreich
Übersetzung Germain Droogenbroodt – Wolfgang Klinck



