Internationale Poesie seit 1984 · POINT Editions & Stiftung ITHACA
Nº 833 Gedichte

Der Teich

Hanni Ossott · Venezuela, 1946-2002

Claude Monet

Der Teich

Meine Kindheit ist heute ein großer Teich
in dem ich mich betrachte.
Auf dem Boden
gibt es von Moos bedeckte Steine,
Fische seltener und glänzender Art.

Ich tauche meine Hände hinein
und bewege das Wasser
um einen Schatten zu fassen
der immer flüchtig ist.

Der Teich gibt mir den Himmel zurück, die Wolken,
der Himmel und die Erde küssen sich darin
und fließen zusammen.

Ich zeichne dort ein Bild, ich träume es,
aber ich erreiche es nicht.

Hanni Ossott, Venezuela, 1946-2002

Übersetzung Germain Droogenbroodt – Lara Reile

aus “Casa de agua y de sombras”

Jedes Gedicht per E-Mail erhalten

Ein Gedicht eines Autors aus aller Welt, in mehrere Sprachen übersetzt.